Glanzelsterchen, Prachtfinken-Lexikon

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Glanzelsterchen(Lonchura bicolor)




Bilder: Roy „Blacky"


1. Erscheinungsbild


Hals und Kopfpartie ist bei allen Unterarten einfach schwarz.
Die Flügel, Rücken sind je nach Unterart ebenso schwarz bzw. braun.
Bei der Unterart poensis befinden sich auf den Schwingen viele weiß Punkte die
den so genannten Gittermuster ergeben.


2. Verbreitung und Lebensraum


Mittelafrika von Osten bist nach Westen ist die Heimat der Glanzelsterchen.
Die Verbreitungsgebiete erstrecken sich von Kamerun, Guinea, Sudan, Kongo
bis nach Äthiopien, Kongo, Uganda und weiterhin nach Sambia und Angola.
Zu finden sind die Glanzelsterchen in Sumpfgebieten, Waldrändern, Lichtungen und Graslandschaften.
Lebt sogar auf Höhen von 2000m NN. Lebt in größeren Schwärmen von bis zu 40 Exemplaren.


3. Haltung und Fütterung


Haltung am besten in einer Gruppe, in der Regel geselliger Vogel.
Selten aggressiv gegenüber andere Prachtfinken. Große Volieren sind mit Schilf und Ästen zu versehen.
Nestschläfer mit sehr ausgeprägtem Sozialverhalten, vergleichbar mit Riesenelsterchen.
Zu beachten ist ein sehr hohes Badebedürfnis.


Exotenmischung mit Hirsen, wie Silberhirse, La Plata, Senegalhirse so wie Glanz und Samenmischung.
Ganz wenig animalische Kost anbieten, dazu bisschen Keimfutter und halbreife Sämereien.
Grünfutter, Mineralien, Vitaminen.


4. Zucht / Zuchtbericht


Halboffene Nester ist eine gerne gesehen Lösung, aber auch ältere und verlassen Nester werden
angenommen. Der Akt der Begattung findet im Nest statt.
Das Gelege besteht meisten aus 4 Eiern, selten sind es 6 Stück.
Brutdauer 11 bis 13 Tage, zum Erstflug schreiten die Jungvögel in 18 bis zu dem 20 Tag.
Die Anzahl der Tage variiert sehr stark wegen der verschiedenen Erfahrungswerte.
Glanzelsterchen fangen sehr früh mit der Selbständigkeit und beginnen kurz nach dem Ausfliegen
mit dem Fressen.


Besonderheit:
Das Glanzelsterchen hat viele Namen was die Bestimmung für einen Leihe ganz schön schwer macht.
Die Vielzahl der Namen basiert (zum Teil) auf den Unterarten.
Auch in der englischen oder französischen Sprache werden wir mit mehreren Bezeichnungen
der Art (bzw. der Unterarten) konfrontiert.
Die Namen:
Braunrückenelsterchen, Schwarzkopfelsterchen, Rotrückenelsterchen, Gitterflügelelsterchen


Man unterscheidet 7 Unterarten der Art Glanzelsterchen Lonchura bicolor:


Lonchura bicolor bicolor - Zweifarbenelsterchen
Lonchura bicolor poensis - GitterflügelelsterchenLonchura bicolor stigmatophorus
Lonchura bicolor minor
Lonchura bicolor nigriceps
Lonchura bicolor rufodorsalis
Lonchura bicolor woltersi - Katanga Elsterchen


Autor: Eddy


Quellen:
„Das Prachtfinkenbuch" von H. Bielfeld aus dem Ulmer-Verlag
„Prachtfinken Australien, Ozeanien, Südostasien" von J. Nicolai, J. Steinbacher aus dem Ulmer-Verlag






Zuchtbericht Gitterflügelelsterchen von Jonathan Meißner




Am 28.01.2012 habe ich 2.3 Gitterflügelelsterchen von Jonas übernommen. Von den 2.3 waren 2.2 schon feste Zuchtpaare.
Das eine Zuchtpaar ist vom Zuchtjahr 2007 und die F1 Generation von
Wildfängen. Das zweite Zuchtpaar ist vom Zuchtjahr 2010. Die „überschüssige" Henne ist von 2008.


Das ältere Paar setzte ich in eine
schlicht eingerichtete Zuchtbox (Joko Kunststoffbox) mit 1 Meter Länge (Bild 1).
Als Nistgelegenheit bot ich ihnen dort einen
Nistkasten mit Einflugloch.


Das jüngere Zuchtpaar setzte ich in eine
Zuchtvoliere mit den Maßen (lxbxh) ca 100x 80x 150cm (Bild 2). In dieser
Voliere bot ich ihnen viele Verstecke und in diesen Verstecken ein großes
Exotennest und einen halboffenen Nistkasten der schließlich als Brutplatz
angenommen wurde (Bild 3).


Als Nistmaterial hatten sie Kokosfasern und Scharpie zur
Verfügung. Ich fütterte ihnen als Grundfutter die Exotenmischung/ Prachtfinken-Zucht
von Versele Laga. Zusätzlich hatten sie selbstverständlich Grit immer zur Verfügung.
Als Aufzuchtsfutter habe ich das Ei-Aufzuchtsfutter, feucht, gelb mit Vitamin
K1 von Wittemolen angeboten, was aber kaum gegessen wurde. Jeden Tag bekamen
sie 3-5 lebende Mehlwürmer die immer sofort gegessen wurden, außerdem bekamen
sie täglich frisch aufgetaute, halbreife Silberhirse und ab und zu auch
halbreife rote Kolbenhirse, welche täglich erneuert wurde. Als Bademöglicheiten
bot ich eine Schale mit Wasser welches ich 1-2 mal täglich erneuerte.
1xWöchentlich gab es auch NEKTON-MSA.
Die Temperatur im Zuchtraum betrug 19-21°C.


Beide Zuchtpaare begannen gleich mit dem Nestbau und verbauten täglich
das ganze Nistmaterial was ich ihnen auf den Boden legte.


Nach 9 Tagen lag bei dem älteren
Zuchtpaar das erste Ei im Nest. Jeden Tag folgte ein weiteres Ei bis es 6 Stück
waren. Sie bebrüteten die Eier sehr zuverlässig und ich konnte fast nie einen der
beiden Vögel außerhalb vom Nistkasten sehen.


Das jüngere Zuchtpaar legte am 12. Tagnach dem ansetzen das erste Ei.
Sie brüteten ebenfalls sehr zuverlässig wobei oft nur einer der
beiden das Gelege bebrütete.


Ich fuhr die Fütterung langsam runter
sodass ich täglich nur noch das Grundfutter anbot.


Zwei Tage vor dem vorraussichtlichem
Schlupftermin begann ich wieder mit dem „hochfahren" des oben genannten
Futters.


16 Tage nach der Ablage des ersten
Ei´s schlüpfte das erste Junge bei dem älteren Zuchtpaar (Bild 4). Ein Tag
später schlüpften die anderen zwei Jungvögel. Eines der Jungtiere wurde drei
Mal aus dem Nest geworfen, ich legte es mehrmals wieder zurück in das Nest
worauf es wieder rausgeschmissen wurde. Beim 3. Mal war es tot. Ich bin mir
ziemlich sicher, dass die Eltern das nicht grundlos getan haben und dass das
Jungtier etwas hatte…


Beim jüngeren Zuchtpaar schlüpften am
17. Tag nach der Ablage des ersten Ei´s drei Jungvögel die gut versorgt wurden.


Auf Bild 5 ist die Henne mit dem 7
Tage altem Nachwuchs zu sehen.


Im Alter von 20 Tagen flog das erste
Jungtier bei dem älteren Zuchtpaar aus (Bild 6). Ein Tag später folgte das
zweite Jungtier. Sie kehrten immer nach kurzer Flugzeit wieder in den
Nistkasten zurück.


Beim jüngeren Zuchtpaar flogen die
drei Jungvögel ebenfalls im Alter von 20 Tagen aus.


Da ich kein Risiko eingehen wollte,
beringte ich die Jungvögel erst beim ersten Ausflug statt mit 8 Tage. Die 2,5mm
Ringe passten nicht mehr über das Gelenk, deshalb beringte ich sie mit
geschlossenen 2,7mm Ringen der AZ.


Bild 7: Jungvogel 23 Tage alt
Bild 8: Das Jüngere Zuchtpaar mit den 3 Jungvögeln
Bild 9: Jungvogel 29 Tage alt
Bild 10: 1.0 Gitterflügelelsterchen


Inzwischen habe ich mir noch 2.0 Gitteflügelelsterchen
dazugekauft. Mit diesen 4.3.5 Gitterflügelelsterchen habe ich nun vor einen stabilen
Zuchtstamm aufzubauen.





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